Archiv für Oktober 2011

1. Vortragsreihe des AK Subjekt und Gesellschaft

Gesellschaftliche Debatten zum Militär beschränken sich oftmals auf die gesellschaftspolitische Makroebene: Der Frage nach Krieg und Frieden. Dabei werden Soldat_innen meist als Spielball fremder Interessen wahrgenommen, die selbst keine Entscheidungsfreiheit und keinen eigenen Willen zu haben scheinen. Eine Kritik an Militär und Kriegshandwerk sollte sich aber auch für das Militär als Institution und seine Mitglieder als eigenständige Subjekte interessieren. Die Vortragsreihe „Sozialisation und Subjektivierung im Militär“ möchte deshalb den Blick in die zentrale Funktion des Mikrokosmos Militär werfen: Der Hervorbringung von Soldat_innen die zum Töten und Sterben bereit sind.
Erwing Goffmann bezeichnete das Militär als „totale Institution“ in dem die Trennung aller Lebensbereiche aufgehoben und die Einzelne_n Disziplinierungs- und Herrschaftstechniken unterworfen werden. Durch die weitgehende, (wenn auch nie vollständig durchsetzbare) Isolation von der Außenwelt und einer als „Normalität“ gekennzeichneten Lebensführung ist der Zugriff auf die Einzelne_n besonders wirkmächtig. Die Vorlesungsreihe soll deshalb der Frage nachgehen für welche Subjekte das Militär attraktiv ist, wie Subjekte sich im Militär verändern, welche Anrufungen an das Subjekt diese Institution hervorbringt, welche Identitätsangebote es macht und welche Zumutungen dies den Subjekten aufbürdet.
Eine Kritik des Militärs, so die These der Vortragsreihe, sollte auch die spezifischen inneren Machtstrukturen und Regierungstechniken eines militärischen Subjektivierungsregimes zum Ansatzpunkt der Überlegungen machen.
Zu diesem Zweck sollen 3 Vorträge einen ersten Einblick geben: (mehr…)